Expertin Imposter-Syndrom

Mai, 2026 | Imposter-Syndrom

Die Expertin verstehen – wenn Kompetenz an Wissen gebunden ist 

Vielleicht erkennst du dich hier wieder: 

Du beschäftigst dich mit einem Thema, arbeitest dich ein, liest nach, bereitest dich vor. 

Du möchtest sicherstellen, dass du wirklich verstehst, worum es geht, bevor du dich öffentlich zeigst oder deine Einschätzung teilst. 

Andere erleben dich vielleicht als gut vorbereitet, kompetent und reflektiert. 

Doch dein Blick richtet sich immer wieder auf das, was du noch nicht weißt oder noch nicht vollständig durchdrungen hast. 

Auch wenn du bereits viel weißt, bleibt für dich das Gefühl, dass noch etwas fehlt. 

Wann sich die Expertin als kompetent erlebt 

Das Muster der Expertin gehört zu den fünf Imposter-Typen, die auf die Arbeit von Valerie Young zurückgehen und unterschiedliche Maßstäbe im Umgang mit Kompetenz beschreiben. 

Menschen mit diesem Muster beurteilen ihre Kompetenz danach, was und wie viel sie wissen und können. 

Für sie ist der Maßstab, die verschiedenen Aspekte eines Themas möglichst vollständig zu durchdringen. 

Ein Gefühl von Kompetenz kann sich dann einstellen, wenn das eigene Wissen als möglichst umfassend erlebt wird und keine offenen Fragen mehr im Raum stehen. 

Wenn das Gefühl entsteht, dass noch Wissen fehlt oder Zusammenhänge nicht vollständig klar sind, kann es schwer sein, sich als kompetent zu erleben. Auch dann, wenn von außen bereits Kompetenz wahrgenommen wird. 

Wie sich das Muster der Expertin im Erleben zeigen kann 

Vielleicht ist es dir wichtig, ein Thema wirklich zu verstehen, bevor du dich dazu äußerst oder sichtbar wirst. 

Vielleicht beschäftigst du dich intensiv mit Inhalten, liest nach oder bereitest dich vor, um ein möglichst vollständiges Bild zu bekommen. 

Vielleicht entsteht dabei auch der Eindruck, dass dein aktueller Wissensstand noch nicht ausreicht und noch mehr Wissen notwendig ist. 

Vielleicht verschiebt sich dadurch der Moment, in dem du dich bereit fühlst, dein Wissen anzuwenden oder dich mit deiner Expertise zu zeigen. 

Vielleicht fällt es dir schwer, dich auf neue Möglichkeiten einzulassen, wenn du das Gefühl hast, noch nicht genug zu wissen. 

Vielleicht zeigt sich auch eine gewisse Zurückhaltung, wenn es darum geht, dich auf Positionen oder Aufgaben zu bewerben, solange du dich nicht vollständig qualifiziert erlebst. 

Vielleicht kreisen dabei auch Gedanken durch deinen Kopf wie: 

„Ich weiß noch nicht genug.“ 

„Ich kann mich da unmöglich bewerben, da bin ich noch nicht so weit.“ 

„Bevor ich dazu etwas sage, muss ich mich erst noch tiefer einarbeiten.“ 

In welchen Situationen das Muster spürbar wird 

Vielleicht bemerkst du, dass dieses Muster besonders dann in den Vordergrund tritt, wenn dein Wissen sichtbar wird oder eingeordnet werden könnte. 

Vielleicht zeigt es sich deutlicher in Situationen, in denen du dich vergleichst oder in denen Fachwissen eine zentrale Rolle spielt. 

Auch in neuen oder ungewohnten Kontexten kann der Fokus auf das eigene Wissen und Können stärker werden. 

In Situationen, in denen du dich sicher fühlst oder auf vertrautes Wissen zurückgreifen kannst, kann dieses Muster weniger präsent sein. 

Eine offene Einordnung der Expertin 

Vielleicht erkennst du dich in einzelnen Aspekten dieses Musters wieder. 

Vielleicht gibt es Situationen, in denen dieser Maßstab besonders wirksam wird – und andere, in denen er weniger präsent ist. 

Vielleicht geht es dabei weniger um einen festen Typ. 

Vielleicht zeigt sich darin eher eine bestimmte Art, die eigene Kompetenz zu bewerten, die sich je nach Kontext unterschiedlich entfalten kann. 

Vielleicht wird darin auch spürbar, wie dieses Erleben mit inneren Vorstellungen darüber verbunden ist, was es bedeutet, ausreichend zu wissen. 

Wenn du dich tiefer mit den fünf Typen beim Imposter-Syndrom beschäftigen möchtest, kannst du hier weiterlesen: Imposter-Typen im Überblick 

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