Die Perfektionistin verstehen – wenn Kompetenz an Fehlerfreiheit gebunden ist
Vielleicht erkennst du dich hier wieder:
Du hast ein Projekt fast abgeschlossen.
Du hast vieles durchdacht, Details angepasst, bist noch einmal alles durchgegangen.
Andere sehen ein abgeschlossenes Projekt mit einem stimmigen Ergebnis. Vielleicht sind sie sogar begeistert und loben dich.
Doch dein Blick wandert immer wieder zu den Stellen zurück, die sich für dich noch nicht ganz stimmig anfühlen.
Du gehst noch einmal zurück und nimmst kleine Anpassungen vor.
Obwohl andere ein fertiges Ergebnis sehen, bleibt für dich etwas, das noch nicht ganz perfekt ist.
Wann sich die Perfektionistin als kompetent erlebt
Das Perfektionsmuster gehört zu den fünf Imposter-Typen, die auf die Arbeit von Valerie Young zurückgehen und unterschiedliche Maßstäbe im Umgang mit Kompetenz beschreiben.
Menschen mit dem Perfektionsmuster beurteilen ihre Kompetenz danach, wie sie Aufgaben erledigen und wie das Ergebnis ausfällt.
Dabei orientieren sie sich an klaren inneren Vorstellungen davon, wie etwas sein soll.
Ein Gefühl von Kompetenz kann sich dann einstellen, wenn sowohl der Prozess als auch das Endergebnis diesen inneren Vorstellungen vollständig entsprechen.
Schon kleine Abweichungen können dazu führen, dass das Ergebnis nicht als ausreichend erlebt wird – auch dann, wenn es von außen als gelungen gilt.
Wie sich das Perfektionsmuster im Erleben zeigen kann
Vielleicht ist es dir wichtig, Aufgaben besonders sorgfältig und genau auszuführen, und du legst viel Aufmerksamkeit auf die kleinsten Details.
Vielleicht zeigt sich darin auch ein starkes Bedürfnis, Fehler möglichst zu vermeiden, sodass du Ergebnisse immer wieder überprüfst.
Vielleicht fallen dir dabei immer wieder Aspekte auf, die noch nicht vollständig deinen Vorstellungen entsprechen.
Vielleicht geht damit auch eine gewisse innere Anspannung einher oder das Gefühl, dass etwas sich noch nicht ganz fertig anfühlt.
Vielleicht fällt es dir dadurch schwer, deine Arbeit als wirklich abgeschlossen zu erleben.
Vielleicht delegierst du Aufgaben nur ungern, weil unklar ist, ob andere sie so umsetzen, wie es für dich stimmig ist.
Vielleicht kreisen dabei auch Gedanken durch deinen Kopf wie:
„Das ist noch nicht gut genug.“
„So wird das nie was.“
„So kann ich das nicht vorzeigen.“
In welchen Situationen das Perfektionsmuster spürbar wird
Vielleicht bemerkst du, dass dieses Muster nicht in jeder Situation gleich stark präsent ist.
Vielleicht tritt es besonders dann in den Vordergrund, wenn Ergebnisse sichtbar werden oder von anderen bewertet werden könnten.
In solchen Momenten kann der Anspruch an Genauigkeit und Fehlerfreiheit stärker spürbar werden.
Vielleicht zeigt es sich auch dann deutlicher, wenn etwas für dich eine besondere Bedeutung hat oder wenn du das Gefühl hast, dass viel davon abhängt.
In anderen Situationen kann dieses Muster weniger präsent sein oder in den Hintergrund treten, während andere innere Maßstäbe stärker wirken.
Eine offene Einordnung des Perfektionsmusters
Vielleicht erkennst du dich in einzelnen Aspekten dieses Musters wieder.
Vielleicht gibt es Situationen, in denen dieser Anspruch besonders deutlich wird – und andere, in denen er weniger präsent ist.
Vielleicht geht es dabei weniger um einen festen Typ.
Vielleicht zeigt sich darin eher eine bestimmte Art, die eigene Kompetenz zu bewerten, die sich je nach Kontext unterschiedlich entfalten kann.
Vielleicht wird darin auch spürbar, wie dieses Erleben mit inneren Maßstäben verbunden ist – und mit der Frage, wann etwas als wirklich fehlerfrei oder stimmig gilt.
Wenn du dich tiefer mit den fünf Typen beim Imposter-Syndrom beschäftigen möchtest, kannst du hier weiterlesen: Imposter-Typen im Überblick









