Naturtalent Imposter-Syndrom

Mai, 2026 | Imposter-Syndrom

Das Naturtalent verstehen – wenn Kompetenz an Leichtigkeit und Schnelligkeit gebunden ist 

Vielleicht erkennst du dich hier wieder: 

Du arbeitest an einem Projekt und übernimmst unterschiedliche Aufgaben. 

Manche Aufgaben fallen dir leicht und du erledigst sie mühelos. 

Du findest schnelle Lösungen und erlebst dich in diesen Momenten als kompetent. 

Aufgaben, die mehr Zeit und Anstrengung erfordern, schiebst du eher auf oder gibst sie lieber ab. 

Andere erleben dich auch bei diesen Aufgaben als kompetent. 

Doch für dich fühlt es sich nicht stimmig an, wenn es nicht schnell und mühelos geht. 

Wann sich das Naturtalent als kompetent erlebt 

Das Muster des Naturtalents gehört zu den fünf Imposter-Typen, die auf die Arbeit von Valerie Young zurückgehen und unterschiedliche Maßstäbe im Umgang mit Kompetenz beschreiben. 

Menschen mit dem Muster des Naturtalents beurteilen ihre Kompetenz danach, wie schnell und mühelos ihnen etwas gelingt. 

Dabei orientieren sie sich an dem Maßstab, Aufgaben ohne große Anstrengung zu bewältigen. 

Ein Gefühl von Kompetenz kann sich dann einstellen, wenn etwas leichtfällt, schnell geht und sich ohne großen Aufwand umsetzen lässt. 

Sobald etwas mehr Zeit, Übung oder Anstrengung erfordert, kann es schwer sein, sich als kompetent zu erleben – auch dann, wenn die Aufgabe gut bewältigt wird. 

Wie sich das Muster des Naturtalents im Erleben zeigen kann 

Vielleicht ist es dir wichtig, dass dir Aufgaben leicht von der Hand gehen. 

Vielleicht erlebst du dich besonders dann als kompetent, wenn du schnell vorankommst und nicht lange überlegen musst. 

Vielleicht fühlt es sich ungewohnt oder irritierend an, wenn etwas mehr Zeit braucht oder nicht sofort gelingt. 

Vielleicht vermeidest du Aufgaben, bei denen absehbar ist, dass sie mit mehr Anstrengung verbunden sind. 

Vielleicht fällt es dir schwer, dranzubleiben, wenn etwas nicht direkt funktioniert. 

Vielleicht zeigt sich auch eine gewisse Zurückhaltung gegenüber neuen Themen, bei denen du noch keine Routine hast. 

Vielleicht bleibst du eher in Bereichen, in denen dir vieles leichtfällt. 

Vielleicht kreisen dabei auch Gedanken durch deinen Kopf wie: 

„Das müsste doch eigentlich leichter gehen.“ 

„Andere schaffen das doch auch schneller.“ 

„Wenn das so schwer ist, habe ich keine Lust dazu.” 

In welchen Situationen das Naturtalent spürbar wird 

Vielleicht bemerkst du, dass dieses Muster besonders dann in den Vordergrund tritt, wenn du mit neuen oder ungewohnten Aufgaben konfrontiert bist. 

Vielleicht zeigt es sich deutlicher in Situationen, in denen etwas nicht sofort gelingt oder in denen Lernprozesse notwendig sind. 

Auch dann, wenn Ergebnisse Zeit brauchen oder sich erst nach und nach entwickeln, kann der Anspruch an Leichtigkeit stärker spürbar werden. 

In Situationen, in denen dir etwas vertraut ist und du schnell vorankommst, kann dieses Muster weniger präsent sein. 

Eine offene Einordnung des Naturtalents 

Vielleicht erkennst du dich in einzelnen Aspekten dieses Musters wieder. 

Vielleicht gibt es Situationen, in denen dieser Maßstab besonders wirksam wird – und andere, in denen er weniger präsent ist. 

Vielleicht geht es dabei weniger um einen festen Typ. 

Vielleicht zeigt sich darin eher eine bestimmte Art, die eigene Kompetenz zu bewerten. 

Vielleicht wird dabei auch spürbar, wie eng dieses Erleben mit der Frage verbunden ist, wann sich etwas leicht und mühelos anfühlt. 

Wenn du dich tiefer mit den fünf Typen beim Imposter-Syndrom beschäftigen möchtest, kannst du hier weiterlesen: Imposter-Typen im Überblick

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